Dietmar Pollmann – Sport und Entwicklung

Sport fiel mir immer leicht. Mit 9 Jahren kam ich zum Tennis, hatte Spaß, entwickelte mich schnell und konnte recht bald erste Erfolge verbuchen. Täglich mehrere Stunden Training plus Turniere an den Wochenenden bestimmten darauf meinen Tagesablauf. Tennis und tennis-spezifisches Kraft- und Ausdauer-Training waren zu meiner Hauptbeschäftigung und zur Grundlage meines Selbst-Vertrauens und Selbst-Verständnisses geworden.
Im Alter von 20 Jahren hatte ich einen Verkehrsunfall und erlitt schwere Verletzungen der inneren Organe und des Bewegungs-Apparates. Plötzlich ging es ums Überleben, und meine Gedanken richteten sich auf sehr grundsätzliche Dinge. Nachdem jedoch diese kritische Phase überwunden war, rückte der Sport zurück in den Mittelpunkt. Die Aussicht darauf, einmal wieder Sport treiben zu können beziehungsweise mich fit und gesund zu fühlen, wurde der Motor meines Reha-Trainings und der Schlüssel für meine Genesung. Mein Blick war jedoch geweitet.
Mit 23 entschied ich mich, nicht zuletzt aufgrund meiner positive Erfahrungen mit der Materie, für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Dieser folgte die Arbeit in verschiedenen Reha-Zentren. Der Bereich Medizinische Trainings-Therapie, also die Synthese aus sportlichem Training und Therapie, wurde bald zu meinem Hauptinteresse. Es gab jedoch ebenfalls Aspekte in der täglichen Physio-Praxis, die mich störten. Zeitmangel und das damit verbundene Intensitäts-Defizit in der Zusammenarbeit Therapeut-Patient war einer, ein häufig zu geringes Eigen-Verantwortungs-Gefühl seitens der Patienten (beziehungsweise eine zu starke Verantwortungs-Übernahme seitens der Therapeuten), ein zweiter.
So entschied ich (im Alter von 28) eine Auszeit zu nehmen, weit weg, um einen neuen Ansatz zu finden. Vancouver in Kanada war meine erste Station. Ich blieb neun Monate, in denen ich mit verschiedenen Therapeuten und Trainern sprach und arbeitete. Danach wusste ich, was ich wollte, Personal Fitness Training. Ich reiste nach Melbourne, Australien, um mich für 3 Monate dieser Form des Trainings zu widmen. Darauf ging es zurück nach Deutschland, wo meine Arbeit als selbständiger Personal Trainer begann.
Mein Interesse ging jedoch (wie immer) über die praktische Arbeit hinaus, und so begann ich (mit 29) parallel an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster mit dem Studium der Sportwissenschaften, der Medizin und der Soziologie. Die praktische Arbeit mit meinen Klienten und das Studium ergänzten sich gegenseitig und wurden zu einer äußerst befriedigenden Entwicklungs-Grundlage für mich.
Mit 34 und gegen Ende meines Studiums erweiterte ich, auch aufgrund der Erfordernisse im Personal Fitness Training, den körperlichen Bereich des Trainings um den mentalen. Verschiedene Fortbildungen im Neurolinguistischen Programmieren und Systemischen Coaching sowie studieninterne Disziplinen der Geisteswissenschaften (Soziologie / Psychologie) ergänzten meine Trainings-Auffassung und komplettierten meine Ausbildung.
Zur Zeit arbeite ich freiberuflich als Persönlicher Fitness Trainer und Coach.
Mein Wunsch besteht darin, die Grundlagen für Gesundheit und Fitness aus unterschiedlichen Disziplinen in einem Trainings-Ansatz zu integrieren, und diesen stetig weiterzuentwickeln, um ihn möglichst wirkungsvoll zu vermitteln.
Euer Dietmar





