Muskel-Verspannungen funktionieren

Die Hauptfunktion der Skelettmuskulatur ist wohl, den Körper in Bewegung zu setzen. Eine weitere wesentliche Funktion der Muskulatur besteht darin, dem Körper Haltung zu geben, also seine Statik zu sichern.

Wer einmal im Sitzen eingeschlafen ist, weiss, dass es sich so verhält. Der Kopf sackt zur Seite, weil seine Halte-Muskulatur deaktiviert wird. Während der gesamten Wachphase jedoch leistet die Muskulatur der Halswirbelsäule (wie auch die Muskulatur der BWS und LWS) Haltearbeit.

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Wenn man sich nun vergegenwärtigt, dass eine Wachphase durchaus 18 Stunden und länger dauern kann, wird deutlich, wie belastbar beziehungsweise stark Haltemuskeln sein müssen, um ihren Job machen zu können; und genau da liegt der Knackpunkt.

Sind Muskeln zu schwach, um die ihnen abverlangte Arbeit leisten zu können, gibt es für sie nur eine Möglichkeit, die Körperstatik aufrecht zu halten, nämlich, indem sie sich verspannen.

Wer regelmässig unter muskulären Verspannungen leidet, sollte sich bewusst machen, dass diesen ein Kraftdefizit zu Grunde liegt. Mit der Beseitigung der Verspannung, etwa durch Massage oder Pause, ist es daher nicht getan, weil damit lediglich ein Symptom beseitigt wird.

Die Ursache liegt im Kraftdefizit; dieses muss durch gezieltes Kräftigungs-Training in eine gute Kraftbasis umgewandelt werden. Verspannungen werden von dort an der persönlichen Geschichte angehören.

Mein Tip lautet daher: Geht bei Verspannungen jeglicher Muskeln einen Schritt über die Lockerung hinaus und behebt das Problem an der Ursache. Langfristige Beschwerdefreiheit und ein neues Gefühl von Stärke werden daraus resultieren.

Euer Dietmar

Das Therapie-Ziel

Jeder verantwortungsbewusste Physiotherapeut hat dasselbe Ziel. Es besteht darin, möglichst schnell und langfristig überflüssig zu werden. Diesem Vorhaben einen natürlichen Rahmen zu geben, bedeutet nicht nur, so weit wie möglich auf Medikamente zu verzichten, sondern ebenfalls, die natürlichen Möglichkeiten eines jeden zu nutzen, indem man den damit verbundenen Erfordernissen nachkommt.

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Konkret bedeutet das, nur soviel passive Therapie wie nötig zu verabreichen, um darauf so früh wie möglich die aktive Therapie zu beginnen. Den Patienten zu Aktivität, oder spezifischer, zu Bewegung und Belastung zu bringen und zu motivieren, sollte neben den klassischen physiotherapeutischen Fertigkeiten die Hauptbetätigung des Therapeuten ausmachen.

Die möglichst frühe Kompetenz des Patienten für seinen Alltag ist schon insofern erstes Ziel, als dass die Zeit, welche er ohne therapeutische Betreuung verbringt, selbst im Idealfall wesentlich länger ist als die jeweilige Therapiezeit. Selbst 30 Minuten täglicher Therapie stehen 23 Stunden und 30 Minuten ohne Therapie gegenüber. Vermittlung von hilfreichen Informationen geht also, so könnte man sagen, über alles.

Mein Tip lautet daher: Achtet in der Physiotherapie darauf, ob Ihr zur Selbständigkeit oder zur Unselbständigkeit geführt werdet. Dies gilt nicht allein für körperliche Kompetenzen. Eine mit gesundem Menschenverstand verstehbare Vorgehensweise gehört zu jeder guten Therapie.

Euer Dietmar

p.s. Falls Ihr nicht versteht, was genau gerade mit Euch gemacht wird und warum, liegt es entweder daran, dass Ihr nicht gefragt habt, oder dass es Euch schlecht erklärt wurde.

Selbst-Vergleich

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Der Vergleich von Äußerlichkeiten wird immer mehr zum Problem. Gleichzeitig wird er von den Medien angeheizt wie nur was. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr (vor allem junge) Menschen sich mit der Unmöglichkeit konfrontiert sehen, das Aussehen bzw. die Art und Weise einer anderen Person annehmen zu /wollen/.

Das unbedingte Wollen beziehungsweise das Müssen entsteht aufgrund des Mangels an wirklichen Alternativen.

Die Tendenz zum Vergleich an sich, folgt dabei durchaus der richtigen Intuition; nur die Referenz, also /das/, womit verglichen wird, ist schief.

Der Punkt, welcher gesund macht, liegt wie so häufig in einem selbst, beziehungsweise in den eigenen inneren Möglichkeiten; mit diesen gilt es sich zu vergleichen. So sorgt man dafür, dass die vorhandene innere Schönheit beginnt, sich zu entfalten.

Mein Tip lautet daher: Vergleicht Euch mit Euch selbst, indem Ihr regelmäßig Eure Entwicklung dokumentiert. Wie Ihr das macht bleibt Euch überlassen; nur macht Euren Fortschritt sichtbar, fühlbar, nachvollziehbar, und zwar für Euch. So entwickelt Ihr Vertrauen in Euch und Ihr verliert die Abhängigkeit, von außen beurteilt werden zu /müssen/.

p.s. Achtet immer auf Eure Balance und handelt maßvoll. Haltet Euch fern von den Extremen.

Euer Dietmar

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